Vier Noten, acht Saiten
Eine Mandoline trägt acht Saiten in vier Chören — Paaren, die im perfekten Unisono gestimmt sind — auf G–D–A–E (auf der Anzeige: G3–D4–A4–E5), dieselben Quinten wie eine Geige. Sie zu stimmen sind in Wahrheit zwei Aufgaben: jeden Chor auf seine Note bringen, und die beiden Saiten innerhalb jedes Paars perfekt gleich bekommen. Die zweite Aufgabe trennt eine Mandoline, die knallt, von einer, die eiert.
- G34. Chor (G) · Saitenpaar196.00 Hz
- D43. Chor (D) · Saitenpaar293.66 Hz
- A42. Chor (A) · Saitenpaar440.00 Hz
- E51. Chor (E) · Saitenpaar659.26 Hz
Jeder Ton ist das Ziel für BEIDE Saiten seines Chors. Stimme sie einzeln — niemals beide gleichzeitig klingen lassen.
Die Routine fürs Paar-Abgleichen
- Dämpfe eine Saite des Paars mit der Kuppe eines freien Fingers und stimme ihre Partnerin allein gegen die Skala oben — zuerst der Buchstabe, dann die Nadel zentrieren. Zwei gleichzeitig klingende Saiten verwirren das Stimmgerät (und dein Ohr).
- Wechseln: dämpfe die gerade gestimmte Saite und stimme ihre Zwillingin genauso.
- Spiel das Paar zusammen und hör hin. Ein sauber abgeglichenes Paar rastet in eine einzige helle, feste Note ein. Ein langsames wah-wah-wah-Pulsen heißt, sie liegen ein paar Cent auseinander — beweg eine Saite ein Haar, bis das Pulsen langsamer wird und verschwindet. (Dieses Pulsen sind „Schwebungen“, die Grundlage des Stimmens nach Gehör.)
- Arbeite G → D → A → E, und mach einen zweiten Durchgang. Die Spannungsänderung von acht Saiten summiert sich über den Hals.
Über die Basics hinaus
Dieselbe Routine deckt die ganze Familie ab — die Mandola (C–G–D–A) und die Oktavmandoline (G2–D3–A3–E4) haben nur tiefere Ziele. Und wenn deine Mandoline leer süß klingt, aber gegriffen sauer, ist der übliche Verdächtige der Steg: der ist bei der Mandoline beweglich und kann verrutscht sein.
Häufige Fragen
Sollen die beiden Saiten eines Paars exakt gleich sein, oder leicht verstimmt für mehr Glanz?
Exakt gleich — so gleich du es hinbekommst. Der perkussive Punch der Mandoline entsteht durch Paare, die wie eine einzige Stimme ansprechen; ein hörbares Schimmern innerhalb eines Paars wird als „verstimmt“ wahrgenommen, nicht als „üppig“. Absichtliches Verstimmen ist eine Ästhetik der 12-saitigen Gitarre, nicht der Mandoline.
Warum springt das Stimmgerät hin und her, wenn ich einen Chor anschlage?
Weil es zwei Saiten hört, die fast — aber nicht exakt — dieselbe Tonhöhe haben, plus den trockenen Anschlag des Plektrums. Zupfe eine einzelne Saite des Paars, sanft und mit der anderen gedämpft, und die Anzeige beruhigt sich sofort. Das ist der häufigste Fehler beim Mandolinestimmen.
Mein E-Chor zeigt richtig an, klingt aber schrill und nie ganz süß. Ein Tipp?
Prüfe zuerst den Paar-Abgleich (die Schwebungen, oben), danach die Saiten selbst — alte, korrodierte E-Saiten werden rau, lange bevor sie reißen. Das E5 bei 659 Hz ist außerdem hoch genug, dass die Obertöne einer verschlissenen Saite nach oben ziehen; frische Saiten stimmen dort oben hörbar süßer.