Die sechs Saiten, von tief nach hoch
Die Standardstimmung der Gitarre ist E–A–D–G–H–E, von der sechsten Saite (der dicken) zur ersten. Eine Sache musst du dabei wissen: das Stimmgerät zeigt internationale Notennamen, wie praktisch jedes Stimmgerät der Welt — und international heißt unser H schlicht B. Wenn die zweite Saite also „B3“ anzeigt, ist das genau richtig. Die Zahl hinter dem Buchstaben ist die Oktave, und auch sie zählt: die beiden äußeren Saiten sind beide E, aber zwei Oktaven auseinander. Wenn du lieber nach Gehör gegen einen Referenzton stimmst, spiel einen hier drunter ab.
- E26. Saite (tiefes E) · die dickste82.41 Hz
- A25. Saite (A)110.00 Hz
- D34. Saite (D)146.83 Hz
- G33. Saite (G)196.00 Hz
- B32. Saite (H) · Anzeige: B246.94 Hz
- E41. Saite (hohes E) · die dünnste329.63 Hz
Spiel einen Ton ab und stimme deine Saite, bis beide Klänge zu einem verschmelzen. Oder zupfe einfach jede Saite vor dem Stimmgerät oben und zentriere die Nadel.
So stimmst du übers Mikrofon
- Starte das Stimmgerät oben und erlaube den Mikrofonzugriff. Bleib vernünftig nah am Mikrofon — eine Armlänge reicht in einem ruhigen Zimmer.
- Zupfe eine Saite nach der anderen, kräftig, und lass sie klingen. Die Skala nennt die nächstgelegene Note; schau zuerst auf den Buchstaben. Zeigt dein tiefes E ein D♯, liegst du einen Halbton zu tief — dreh hoch, bis der Buchstabe E sagt, und zentriere dann die Nadel.
- Komm von unten an die Note heran. Ist eine Saite zu hoch, dreh sie ein Stück unter das Ziel und wieder hinauf. Eine Saite, die von unten ankommt, bleibt stehen; eine, die von oben herunterkommt, rutscht in Minuten wieder ab.
- Arbeite E → A → D → G → H → E, und prüfe das tiefe E noch einmal. Stimmen verändert die Gesamtspannung auf dem Hals, und das verschiebt die Saiten, die du schon gestimmt hattest. Ein zweiter Durchgang von zehn Sekunden ist der Unterschied zwischen „fast“ und „gestimmt“.
Jenseits der Standardstimmung
Weil dies ein chromatisches Stimmgerät ist, liest es jede Zielnote — nicht nur die sechs Standardtöne: Drop D, einen Halbton tiefer (E♭), offene Stimmungen wie Open G … Saite anschlagen, Buchstaben prüfen, Nadel zentrieren. In unserem Blog (auf Englisch) gibt es Schritt-für-Schritt-Anleitungen zu Drop D, einen Halbton tiefer und Open G und Open D.
Häufige Fragen
Warum zeigt das Stimmgerät B an, wo ich H erwarte?
Im deutschen Sprachraum heißt die Note zwischen A und C traditionell H, und B bezeichnet bei uns das erniedrigte H (international: B♭). Der Rest der Welt — und damit praktisch jedes Stimmgerät, jede Akkord-App und jedes Gitarrentab im Internet — nutzt das internationale System: B = unser H, B♭ oder A♯ = unser B. Fürs Gitarrestimmen brauchst du dir nur diese eine Übersetzung zu merken; nach zwei, drei Sitzungen liest du sie automatisch mit.
Funktioniert das mit E-Gitarre oder nur mit Akustik?
Mit beiden. Eine unverstärkte E-Gitarre klingt leise, lässt sich aber einwandfrei ablesen — spiel nah am Mikrofon und schlag kräftig an. Läuft die E-Gitarre über den Verstärker, stimm mit dem Amp-Sound (cleaner Kanal, moderate Lautstärke); viel Verzerrung fügt Obertöne hinzu, die jede Stimmgerät-Anzeige unruhig machen.
Das Stimmgerät zeigt den richtigen Buchstaben, aber meine Akkorde klingen trotzdem schief. Warum?
Der richtige Buchstabe ist nur die halbe Arbeit — eine Saite kann „E“ anzeigen und trotzdem 40 Cent zu tief sein. Zentriere die Nadel auf jeder Saite, gib dich nicht mit dem Buchstaben zufrieden. Klingen die Akkorde mit sechs zentrierten Nadeln immer noch sauer, sind die üblichen Verdächtigen alte Saiten oder eine verstellte Oktavreinheit (Intonation am Steg).
Wie oft sollte ich stimmen?
Ehrlich gesagt: jedes Mal, wenn du die Gitarre in die Hand nimmst — es dauert keine Minute. Holz und Saiten bewegen sich mit Temperatur und Luftfeuchtigkeit, und neue Saiten dehnen sich in ihren ersten Tagen ständig, bis sie fertig gestreckt sind.